Warum viele Immobilienbesitzer nie wirklich reich werden – Alexander Schneider über Besitz, Vermögen und den entscheidenden Unterschied
Der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit beschäftigt heute mehr Menschen denn je. Während einige auf Aktien, andere auf Unternehmensgründungen oder digitale Geschäftsmodelle setzen, bleiben Immobilien für viele eine der greifbarsten und zugleich faszinierendsten Formen des Vermögensaufbaus.
Der deutsche Immobilieninvestor und Autor Alexander Schneider gehört zu den Stimmen, die diesen Weg besonders klar und praxisnah erklären. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Michael gründete er die Schneider Immobilien Gruppe und verfolgt das Ziel, Menschen zu zeigen, dass strategischer Vermögensaufbau nicht nur großen Investoren vorbehalten ist.
Im Gespräch mit dem Cosmopolitan Courier spricht Schneider über typische Denkfehler beim Immobilienkauf, über den Mythos vom hohen Startkapital und darüber, warum Geduld, Wissen und der richtige Blick auf Schulden für ihn eine entscheidende Rolle spielen.
Interview mit Alexander Schneider
Im folgenden Gespräch erklärt Immobilieninvestor Alexander Schneider, warum Besitz allein noch kein Vermögen bedeutet und worauf es beim Immobilieninvestment wirklich ankommt.
Cosmopolitan Courier: Viele Menschen träumen davon, mit Immobilien finanziell frei zu werden. Was war der entscheidende Moment in Ihrem Leben, an dem Sie erkannt haben, dass Immobilien der richtige Weg für Vermögensaufbau sind?
Alexander Schneider: Ich habe einmal ausgerechnet, wie lange es dauert, durch Aktieninvestments Millionär zu werden, wenn man monatlich 500 EUR spart und eine Durchschnittsrendite von 7 Prozent erzielt. Das Ergebnis ist sehr ernüchternd. Es sind 37 Jahre, dabei sind Steuern noch gar nicht berücksichtigt. So habe ich nach neuen Wegen gesucht und kam schließlich auf das Thema Immobilien.
Cosmopolitan Courier: Ihr Buch verspricht zu zeigen, wie man durch Immobilien Vermögen aufbauen kann. Was machen die meisten Menschen Ihrer Erfahrung nach falsch, wenn sie ihre erste Immobilie kaufen?
Alexander Schneider: Es werden häufig zwei Fehler gemacht. Zum einen kaufen viele Menschen cashflownegative Immobilien, also Objekte, deren Mieteinnahmen nicht ausreichen, um alle Ausgaben wie Finanzierungsrate oder Nebenkosten zu decken. Die monatliche Unterdeckung gleichen sie dann aus ihrem Gehalt aus. Das kann man mit ein oder zwei Immobilien vielleicht machen, aber Wachstum ist so nicht möglich. Zum anderen nutzen viele Menschen den Hebel-Effekt nicht richtig. Sie stecken zu viel Eigenkapital in die Immobilien und erzielen dadurch nur geringe Eigenkapitalrenditen.
Cosmopolitan Courier: Viele glauben, man brauche viel Eigenkapital, um mit Immobilien zu starten. Stimmt das wirklich oder ist das einer der größten Mythen der Branche?
Alexander Schneider: Das ist ein absoluter Trugschluss. Ich empfehle, den vollen Kaufpreis zu finanzieren und nur die Kaufnebenkosten selbst zu tragen. Je nach Bundesland betragen diese bei maklerfreien Objekten nur etwa sechs bis neun Prozent des Kaufpreises. In Deutschland gibt es aktuell über 5.000 Eigentumswohnungen für unter 100.000 EUR. So kann jeder bereits mit etwa sechs bis neun Tausend Euro den Einstieg schaffen. Natürlich sollte man zusätzlich noch Rücklagen haben.
Cosmopolitan Courier: In Zeiten steigender Zinsen sagen viele Experten, Immobilien lohnen sich nicht mehr. Teilen Sie diese Einschätzung?
Alexander Schneider: Zinsen schwanken langfristig stark. Mein Vater hat seine erste Eigentumswohnung vor etwa 30 Jahren mit neun Prozent finanziert. Das wäre heute kaum vorstellbar. Trotzdem hat sich diese Wohnung im Wert bis heute verachtfacht. Das Zinsniveau ist nur ein Parameter von vielen. Wichtiger ist, dass Zins und Kaufpreis zueinander passen. Niedrigere Zinsen erlauben höhere Kaufpreise und umgekehrt. Gute Kaufmöglichkeiten gibt es deshalb immer.
Cosmopolitan Courier: Wenn jemand heute bei null startet, was wären die ersten drei Schritte?
Alexander Schneider: Man sollte so schnell wie möglich das nötige Eigenkapital ansparen, klein beginnen, zum Beispiel mit einer Wohnung für rund 100.000 EUR, und dann Schritt für Schritt skalieren. Das Wachstum ist am Anfang langsam und nimmt später deutlich zu. Ich hatte vier Jahre nach meinem ersten Kauf sechs Wohnungen. Vier Jahre später waren es bereits über 30. Geduld ist also entscheidend.
Cosmopolitan Courier: Gab es in Ihrer eigenen Immobilienkarriere auch Fehler oder Rückschläge?
Alexander Schneider: Natürlich. Fehler gehören dazu. Ich empfehle jedem, sich zumindest grundlegend mit rechtlichen, kaufmännischen und technischen Aspekten der Immobilienwirtschaft auseinanderzusetzen. Man sollte sich nie ausschließlich auf Berater verlassen oder glauben, dass schon alles gut gehen wird. Insgesamt sind die Risiken jedoch überschaubar.
Cosmopolitan Courier: In Ihrem Buch vergleichen Sie verschiedene Wege zum Vermögensaufbau. Warum schneiden Immobilien aus Ihrer Sicht langfristig so gut ab?
Alexander Schneider: Immobilien sind im Prinzip das einzige Anlageinstrument, das systematisch kreditfinanziert wird. Für viele Menschen ist es kaum möglich, allein aus ihrem Einkommen Millionär zu werden. Durch die Nutzung von Krediten verändert sich das Spiel. Man nutzt fremdes Kapital für den Vermögensaufbau und lässt die Schulden dann durch die Mieter zurückzahlen. Dadurch entsteht ein enormer Hebel.
Cosmopolitan Courier: Warum bleiben so viele Immobilienbesitzer trotz eigenem Haus oder Wohnung finanziell hinter professionellen Investoren zurück?
Alexander Schneider: Ich sehe das Eigenheim nicht wirklich als Investment. Bei vermieteten Immobilien zahlen andere Menschen in den eigenen Vermögensaufbau ein. Beim Eigenheim ist das nicht der Fall, und steuerliche Vorteile gibt es ebenfalls kaum. Außerdem steckt das Vermögen im Objekt fest und ist schwer verfügbar. Selbst wenn jemand ein Haus im Wert von einer Million Euro besitzt, bedeutet das nicht automatisch finanzielle Freiheit.
Cosmopolitan Courier: Sie sprechen offen darüber, dass Schulden ein Werkzeug sein können. Warum fällt es vielen Deutschen schwer, diesen Gedanken zu akzeptieren?
Alexander Schneider: In Deutschland haben wir gelernt, dass Schulden grundsätzlich etwas Negatives sind. Immobilieninvestoren nutzen jedoch bewusst Fremdkapital und sprechen deshalb von sogenannten guten Schulden. Dass Schulden auch strategisch eingesetzt werden können, ist für viele Menschen zunächst ein ungewohnter Gedanke. Am Ende ist es auch eine Frage der persönlichen Einstellung, mit höheren Verbindlichkeiten ruhig schlafen zu können.
Cosmopolitan Courier: Viele träumen vom passiven Einkommen aus Mieteinnahmen. Wie realistisch ist dieses Bild?
Alexander Schneider: Wichtig ist zunächst, cashflowstarke Objekte zu finden. Das ist tatsächlich die größte Herausforderung. Danach braucht es Geduld, denn Wachstum verläuft exponentiell. Ich selbst habe etwa sechs Jahre gebraucht, um einen monatlichen Mietüberschuss von rund 3.000 EUR netto zu erreichen. Das entspricht ungefähr dem Durchschnittseinkommen in Deutschland und ermöglicht vielen Menschen ein hohes Maß an Freiheit.
Cosmopolitan Courier: Gibt es eine unbequeme Wahrheit über Immobilieninvestments, die selten ausgesprochen wird?
Alexander Schneider: Immobilien sind kein vollständig passives Einkommen. Es gibt Arbeit, unerwartete Ereignisse und natürlich auch Anrufe von Mietern. Wenn ich jedoch sehe, welches Leben mir Immobilien ermöglichen, nehme ich das gerne in Kauf. Mit wachsendem Portfolio kann man viele Aufgaben auslagern oder Personal einstellen.
Cosmopolitan Courier: Hand aufs Herz. Ist es heute schwieriger geworden, durch Immobilien reich zu werden?
Alexander Schneider: Jede Zeit hat ihre eigenen Herausforderungen. Heute gibt es mehr Wettbewerb und Banken sind teilweise vorsichtiger geworden. Gleichzeitig war es noch nie so einfach, sich Wissen anzueignen. Durch Plattformen wie YouTube oder Onlinekurse kann sich jeder intensiv mit dem Thema beschäftigen. Und auch die Zinsen sind historisch gesehen immer noch relativ niedrig. Kurz gesagt, mit Immobilien lässt sich auch heute noch Geld verdienen.
Immobilien als langfristige Denkweise
Für Alexander Schneider ist Vermögensaufbau kein kurzfristiges Projekt, sondern eine langfristige Denkweise. Immobilien bieten aus seiner Sicht nicht nur finanzielle Chancen, sondern auch die Möglichkeit, Schritt für Schritt ein stabiles Fundament für die eigene Zukunft aufzubauen.
Seine Botschaft ist dabei bewusst bodenständig. Es geht nicht um schnelle Gewinne oder spektakuläre Deals, sondern um Geduld, Wissen und die Bereitschaft, Verantwortung für die eigenen finanziellen Entscheidungen zu übernehmen.
Passend dazu erscheint im ersten Quartal 2026 sein neues Buch, Millionär durch Immobilien – Der sichere Weg zu finanzieller Freiheit, in dem Schneider seine Erfahrungen und Strategien für Einsteiger und angehende Investoren ausführlich beschreibt. Das Buch wird zunächst auf Amazon und als Kindle-Ausgabe erhältlich sein. Eine Hörbuchversion auf Audible ist für später im Jahr 2026 geplant.
Für Leserinnen und Leser, die sich ernsthaft mit finanzieller Unabhängigkeit beschäftigen, könnte genau dieser pragmatische Blick auf Immobilieninvestments ein entscheidender erster Schritt sein.

Cosmopolitan Courier